Liechtensteiner
Namenbuch
Die Ortsnamen und die Personennamen
des Fürstentums Liechtenstein
Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein
Hintergrund
Ortsnamen
Personennamen
Arbeitsmittel

Foto LIECHTENSTEIN - The Princely Collections, Vaduz-Vienna

Karte des Fürstentums Liechtenstein von Johann Jacob Heber, 1721

Zu den Gemeinden

Der Nutzen der Namenforschung für Sprachgeschichte und Landeskunde eines Raumes ist allgemein anerkannt. Die geländeverhaftete Namenwelt ist eine reiche Quelle sprach- und volkskundlicher, geschichtlicher, sachkundlicher und in umfassendem Sinn landschaftsbezogener Erkenntnisse. Ihre Aussagekraft macht die Namenforschung zu einer wichtigen Beziehungswissenschaft zwischen einer Vielzahl von Wissenszweigen.

Dazu gehören Sprach- und Siedlungsgeschichte, Wirtschafts-, Rechts-, Familien-, Personen- und Kirchengeschichte, Volkskunde, Ethnologie, Archäologie, Geländeforschung, Naturgeschichte und Kartographie. Ein nach wissenschaftlichen Grundsätzen geschaffenes Namenbuch enthält ein Dokumentationsmaterial von bedeutender Vielseitigkeit und hohem Wert für Landeskunde und Sprachwissenschaft.

In den letzten Jahrzehnten beschleunigte sich zusehends die Veränderung unserer Kulturlandschaft - durch Überbauung, Bodenmelioration oder andere Zweckveränderungen infolge von Industrialisierung, Technisierung, Massentourismus und eines raschen sozialen Wandels. Wer diese Entwicklung verfolgt hat, musste  erkennen, dass mit solchen kulturräumlichen Bestandesaufnahmen nicht mehr länger zugewartet werden durfte. Nicht nur schwindet mit dem Rückgang der bäuerlichen Bevölkerung die Zahl der verfügbaren Wissensträger mehr und mehr - auch die Örtlichkeitsnamen selber sind heute einem raschen Wandel unterworfen: Alte, traditionsreiche Bezeichnungen geraten in Vergessenheit, und es breitet sich eine neue, teils künstliche Nomenklatur aus, die nicht mehr den herkömmlichen bäuerlichen Denk- und Anschauungsformen entstammt.

Rings um Liechtenstein waren entsprechende Werke schon vorher in Angriff genommen oder schon abgeschlossen worden: In Graubünden lag als Pionierwerk das Rätische Namenbuch (Robert von Planta und Andrea Schorta, 1939, 1964) vor. In der Folge kam das Vorarlberger Flurnamenbuch (Bearbeiter: Werner Vogt) dazu. Im Kanton St. Gallen war ein kantonsweites Projekt in den 1980er Jahren unvollendet eingestellt worden; aus ihm erwuchsen dann eine Untersuchung der Orts- und Flurnamen des Obertoggenburgs (Gabrielle Schmid), ferner das 2017 vollendete Werdenberger Namenbuch (Projektleiter und Autor: Hans Stricker) und schliesslich (am Deutschen Seminar  der Universität Zürich) das Projekt Die Siedlungsnamen des Kantons St.Gallen (2016 abgeschlossen) sowie das nachher dort in Angriff genommene NF-Projekt Die Flurnamen des Kantons St.Gallen.

In Liechtenstein lief die systematische Erforschung der einheimischen Namenwelt (Orts- und Personennamen) unter der Schirmherrschaft des Historischen Vereins für das Fürstentum Liechtenstein seit 1981.

Der Initiant und Projektleiter, Dr. Hans Stricker, hatte schon 1980 die Gliederung des Gesamtprojekts in die zwei Werkteile Ortsnamen und Personennamen vorgesehen. Entsprechend diesem Gesamtplan waren in der aufwendigen Archivkampagne der ersten Projektjahre nicht nur die Ortsnamenbelege, sondern auch die historischen Materialien zu den Personennamen erhoben worden. So waren wir dank diesen Vorarbeiten gut gerüstet, als es darum ging, nach Abschluss des Ortsnamenprojekts 1999 (Flurnamenkarten aller Gemeinden und sechsbändige Gesamtdarstellung) die neue Werksetappe an die Hand zu nehmen. Ab Januar 2003 konnten die Arbeiten am Personennamenbuch planmässig weitergeführt werden. Diesem Projektteil wurden insgesamt sechs Jahre bis zum Abschluss und Druck zugebilligt. Der Zeitrahmen wurde eingehalten; am 14. Dezember 2008 wurde im «Küefer-Martis-Huus» in Ruggell das vierbändige Werk der Öffentlichkeit präsentiert.

Trägerschaft
Bearbeiter
Bezugsquellen
Liechtensteiner Namenbuch